Das Prinzip des Leitner-Karteikastens ist weit verbreitet und bei einer Vielzahl an Vokabeltrainern der Standard - so auch in Simpliciter. In diesem Blog-Artikel wird sowohl das Leitner-Karteikasten-Prinzip, als auch deren Implementierung in Simpliciter vorgestellt.

Was ist Simpliciter?

Simpliciter ist ein moderner Vokabeltrainer an dessen Entwicklung ich beteildigt bin. Simpliciter ist eine Cloud-Anwendung und kann aus dem Webbrowser heraus bedient werden. Die wichtigsten Funktionen von Simpliciter stehen kostenlos und dauerhaft werbefrei zur Verfügung - einige Funktionen, wie zum Beispiel detaillierte Statistiken, stehen in einem Premium-Modell zur Verfügung.

Weitere Informationen sind hier und auf der Simpliciter-Webseite bereitgestellt.

Was ist das Leitner-Karteikasten-Prinzip?

Die Grundlage des Leitner-Karteikasten-Prinzips ist, dass jedes zu lernende Element, wie zum Beispiel eine Vokabel oder eine zu lernende Formel, auf eine Karteikarte geschrieben wird. Dabei wird auf die Vorderseite der Karteikarte eine Frage, und auf die Rückseite die korrekte Antwort geschrieben (Beispiel: "Vorderseite 'der Hund', Rückseite 'the dog'").

Alle Karteikarten werden nun in eine Box mit mehreren Fächern einsortiert. Jedes Fach repräsentiert eine Lernstufe. Um so höher die Zahl eines Faches ist, desto besser sind die eingeordneten Karteikarten gelernt. Eine Box mit den Fächern 1, 2 und 3 hat also drei Lernstufen. Neue Lernkarteikarten werden immer in das erste Fach einsortiert.

Wenn der Besitzer des Karteikastens nun lernen möchte, zieht er sich eine Karteikarte, wobei er zunächst nur die Vorderseite, also nur die Frage anschauen darf. Nun kann er sich eine passende Antwort überlegen und durch das Umdrehen der Karteikarte kontrollieren, ob diese korrekt ist. Ist dies der Fall, dann kann die Karteikarte in das nächst höhere Fach gelegt werden - falls die Antwort nicht korrekt gewesen ist, dann muss die Karteikarte zurück ins erste Fach gelegt werden.

Der Clou ist nun die Häufigkeit, in der die einzelnen Karteikarten abgefragt werden. Um so höher der Lernstand, also um so höher das einsortierte Fach ist, desto seltener werden die Karteikarten angefragt. Karten im ersten Fach werden zum Beispiel alle 2 Tage abgefragt, während Karten im dritten Fach alle 12 Tage abgefragt werden. Um so besser eine Karteikarte gelernt ist, desto seltener wird diese also abgefragt.

Die Idee Leitners basiert auf dem sgn. "Spaced repetition"-Effekt, wonach Lerninhalte, die über einen längeren Zeitraum gelernt werden, besser und tiefer im Langzeitgedächtnis verankert werden.

Wie kann Leitners Idee in Simpliciter genutzt werden?

In Simpliciter wird eine Karteikarte durch eine sgn. Phrase oder Vokabel dargestellt. Eine Vokabel besitzt dabei eine Frage und mehrere Antworten (aber mindestens eine).

Die Idee des Leitner Karteikastens wird durch zwei weitere Eigenschaften umgesetzt. Eine Vokabeln besitzt zum einen einen Lernfortschritt (zwischen 0% und 100% in 20%-Schritten), und zum anderen ein Fälligkeitsdatum. Der Lernfortschritt repräsentiert das Fach des Lernkarteikastens, zeigt also an, wie gut eine Vokabel bisher gelernt wurde. Nachdem eine Vokabel abgefragt wurde, wird ein neues Fälligkeitsdatum abhängig vom neuen Lernfortschritt der Vokabel festgelegt. Um so höher der Lernfortschritt ist, desto weiter in der Zukunft liegt nach einer Abfrage das nächste Fälligkeitsdatum.

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